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27.5.–
1.6.2025

Kurdwin Ayub

DAS INNERE NACH AUSSEN KEHREN

Vor 13 Jahren wurde Kurdwin Ayub bei der Viennale erstmals mit einem Special gewürdigt. Damals war die im Irak geborene und in Wien aufgewachsene Regisseurin gerade einmal 22 Jahre alt und mit ihren performativen Videoarbeiten in aller Munde. Ihre popkulturelle Auseinandersetzung mit Geschlechterklischees, Authentizität und Selbstinszenierung war dabei ebenso radikal wie intim, ...

... ebenso Ausdruck eines rebellischen Geistes wie empathischer Reflexionsgabe. Ihre Lust, humorvoll Konventionen zu unterlaufen und Erwartungen zu brechen, zieht sich auch durch ihre oft autobiografisch geprägten Kurzfilme. Anhand ihrer Familie und Reisen in die kurdische Heimat ihrer Eltern beginnt sie, ihre eigene migrantische Identitätssuche als Ankerpunkt zu nutzen und ihre anti-patriarchale Perspektive zu schärfen. Ayub ist stets nah dran an den Gemeinschaften, denen sie sich widmet, lässt Ambivalenzen zu und genießt es spürbar, ihr Publikum mit Weird- oder Direktheiten zu provozieren.

Ayub studierte Malerei und experimentelle Animation an der Universität für angewandte Kunst sowie performative Kunst an der Akademie der bildenden Künste. Heute lebt sie als Regisseurin und Drehbuchautorin in Wien und gilt – nicht zuletzt nach ihren in Berlin und Locarno ausgezeichneten Spielfilmen Sonne (2022) und Mond (2024) – als eine der originärsten und originellsten jungen Stimmen im europäischen Kino. Bei den Wiener Festwochen ist sie heuer mit ihrer ersten Theaterarbeit Weiße Witwe zu Gast; ein idealer Anlass, ihr eindrucksvolles kürzeres Schaffen in den Fokus zu rücken. (DHE)

In Kooperation mit Wiener Festwochen, sixpackfilm & Österreichisches Filmmuseum