Internationaler Wettbewerb 4
Termin: Dienstag, 20. Mai 2008, 21:00 - im Rahmen der Experimentalnacht
Ort: Top Kino [Location-Info]
Tickets: 7 Euro (Normalpreis), 6 Euro (ermäßigt) ODER 8 Euro (Kombiticket für die ganze Experimentalnacht)
Exemplarisch stehen folgende Filme für die gegenwärtige Lust an der Auseinandersetzung mit dem Medium Film als solches. Auf unterschiedlichste Art und Weise werden Methoden und Mittel der Filmsprache sichtbar gemacht und ins Zentrum der Arbeiten gesetzt – teils verspielt, teils surreal, teils radikal. (45+40 min)
FILMPROGRAMM
Dawn
Österreich 2007, 2 min, ohne Dialog
Regie, Schnitt, Produktion: Björn Kämmerer
Der ursprüngliche Impuls, der Lichtmoment, ist der Auslöser eines Blickes, der diese Situation im Raum sucht und sich außerhalb des Kaders wieder finden muss, da der Impuls des Lichtes schon abgelaufen ist. In den Intervallen der Dämmerung sucht unser Blick eine nicht im Bild zu ortende Bewegung. Durch die unberechenbare Veränderung der Dauer der Bilder werden wir selbst zu Erzeugern der Bewegung zwischen den Frames, bauen mit unseren Gedanken ein fiktives Zeitbild, welches nur im flüchtigen Verweilen dazwischen existiert. Das Labyrinth der Verbindungen zwischen den Bewegungsbildern fängt den Blick und gibt ihn nicht mehr frei. (Produktionsmitteilung)
Die Arena (Arena)
Österreich 2008, 9 min, ohne Dialog
Regie, Schnitt, Produktion: Alice Durst | Kamera: Attila Boa
Erst winzig kleine Ungereimtheiten lassen erkennen, dass Alice Durst nicht mit simpler Zeitlupe arbeitet. Raffinierte Tricks ästhetisieren eine Schlägerei - bei einem luxuriösen Dinner - zu graziösen Bewegungsabfolgen. Ein durchs Zimmer fliegender Stuhl wirkt plötzlich wie ein schwebendes Objekt.
Energie! (Energy!)
Deutschland 2007, 5 min, ohne Dialog
Regie, Drehbuch, Kamera, Schnitt, Produktion: Thorsten Fleisch | Musik: Jens Thiele
Blitze fetzen über die Leinwand. Immer dichter und spannungsvoller wird das Netz. Aus Bild und Sound entsteht eine kraftvolle Welle, die erbarmungslos in ihren Strudel hineinzieht und im nächsten Moment wieder zurückschmettert; energiegeladen.
Gravity
Belgien 2007, 6 min, ohne Dialog
Regie, Drehbuch, Produktion: Nicolas Provost | Schnitt: Nicolas Provost, N. Cool
Bild- und Tonelemente stereotyper 50er-Jahre-Liebesdramen werden zu einem stroboskopischen Footage-Feuerwerk verwoben, bis schließlich Sehnsucht, Romantik, Liebe, Leidenschaft und Eifersucht ineinander verschmelzen und irgendwann nicht mehr erkennbar ist, wer nun wen begehrt.
N’acre
Kanada 2007, 4 min, ohne Dialog
Regie: Myriam Bessette
Ein Rauschen auf Bild- und Tonebene wird - unterlegt von einer pulsierenden Klangwolke - zu blauen, parallel angeordneten Formen komprimiert, die zu grünstichigen Farbblasen transformieren. Unter immer stärker werdendem Knistern taucht schließlich grobkörniges Flimmern wieder auf und schließt den harmonischen Spannungsbogen.
Vertigo Rush
Österreich 2007, 19 min, ohne Dialog
Regie, Produktion: Johann Lurf
Befreit von jeglichem Inhalt steht der von Hitchcock in Vertigo eingeführte "Dolly Zoom" für sich. Langsam, aber sehr stringent wirkt der gezeigte Wald immer abstrakter, die Kadrierung bricht auf, alles beginnt sich "frei" zu bewegen. Johann Lurf lässt unseren Körper spüren, wie radikale Filmsprache funktioniert und erhielt dafür den Preis für den innovativsten Film auf der Diagonale 2008.
-- Pause --
Fawn
Österreich 2007, 6 min, engl. OF
Regie, Drehbuch, Musik, Schnitt, Produktion: Christoph Rainer
Vage Erinnerungen, grobe Umrisse. "I don’t know what happened, but..." Einzelne Sätze bilden in einem hektischen, undurchsichtigen Geflecht aus dunklen, unscharfen Bildern, gestützt von reduzierten Geräuschen, narrative Ankerpunkte. "I feel ... many times of trouble..."
Sog
Irland 2006, 11 min, ohne Dialog
Regie: Patrick Jolley | Kamera: Denise Woods | Musik: Nick Seymour | Schnitt: Bobby Good | Produktion: Edwina Forkin, Donagh McCarthy | mit: Anna Mc Leod, Sam Horler, Edwina Forkin, Iarliath Forkin, Gerard Byrne
Schleim und exkrementartige Substanzen durchbrechen die bedrückende Stille des Alltags. Ekelig und faszinierend zugleich überzieht eine klebrige, glitschige Masse Möbel, Accessoires und ProtagonistInnen.
A Woman. An Airport. An Escalator.
Brasilien 2007, 5 min, ohne Dialog
Regie, Drehbuch, Kamera, Produktion: Marcelo Ikeda
Zwei Rolltreppen bewegen sich entgegengesetzt. Die Kameraperspektive stiftet Verwirrung und erschwert die Orientierung im Raum. Schließlich schafft eine ins Bild tretende Person einen Anhaltspunkt.
BORGATE
Österreich/Italien 2007, 15 min, ital. OmU
Regie, Schnitt, Produktion: Lotte Schreiber | Kamera: Johannes Hammel | Musik: Bernhard Lang
Lotte Schreiber porträtiert in einer Hommage an Pasolinis Mamma Roma und Fellinis La dolce vita den römischen Stadtteil Don Bosco. An der Bruchstelle zwischen Urbanität und Peripherie demaskiert Schreiber – mit unheimlichem Bild- und Sounddesign - filmische Räume und bricht einstige "Traumwelten" auf die Realität herunter.
Ljój // Light // Licht
Österreich/Island 2007, 3 min, ohne Dialog
Regie, Drehbuch, Kamera, Schnitt, Produktion: Gerald Zahn | Musik: Lokai
Ausblick vom Ufer eines Strands in Island: Zwei Laternen teilen das Bild in drei Segmente. Es ist die Jahreszeit, in der es nie dunkel wird - nur die Bewegungen der am Horizont vorbeiziehenden Schiffe machen die Zeit sichtbar.










