Internationaler Wettbewerb 3
Termin: Montag, 19. Mai 2008, 21:00
Ort: Top Kino [Location-Info]
Tickets: 7 Euro (Normalpreis), 6 Euro (ermäßigt)
Einige richtig seltsame Vögel begegnen uns in diesem Programm, das sich zwischen freiwilliger Zurückgezogenheit und nicht ganz so freiwilliger Einsamkeit, zwischen absurden Lebens- und prekären Arbeitswelten bewegt. Sieben hervorragende Beispiele dafür, dass simpler Unwillen und tragische Unmöglichkeit manchmal gar nicht so weit auseinander liegen. (100 min)
FILMPROGRAMM
Morbus Bechterew
Deutschland/Österreich 2007, 11 min, dt. OF
Regie, Drehbuch: Lola Randl, Rainer Egger | Kamera: Lola Randl | Musik: Maciej Sledziecki | Schnitt: Sabine Smit | Produktion: Komet Film | mit: Rainer Egger
"Der Arzt hat gesagt, ich habe die besten Werte seit über 15 Jahren. Also frage ich mich, was das sein kann." Der hypochondrische Rainer überlegt, ob er an einer chronischen Wirbelsäulenerkrankung leiden könnte. Dann sollte er heute mit Sicherheit nicht aus dem Haus gehen. Ein fiktionaler Einblick in die Welt eines liebenswerten Neurotikers aus Tirol.
Bichos raros (Weird Bugs)
Spanien 2006, 11 min, span. OmeU
Regie, Drehbuch: Estíbaliz Burgaleta, Alegría Collantes | Kamera: Juan Hernández | Musik: Manu Riveiro | Schnitt: Luis Faraón | Produktion: Julio Casal | mit: Javier Varela, Tamara Canosa, Xulio Abonjo
Das Schnabeltier ist als Eier legendes Säugetier ein ziemlicher Sonderling, aber wie viel seltsamere Wesen gibt es doch unter uns Menschen. Um wie José-Luis, Raúl und Eva als "weird bug" in der Gesellschaft überleben zu können, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Tarnung oder die Suche nach Leuten, die ähnlich ticken...
Those Hands
Iran 2005, 13 min, Farsi OmeU
Regie, Drehbuch: Ida Panahandeh | Kamera: Amin Jafari | Schnitt: Ida Panahandeh, Mohammad Rasouli | Produktion: Nozhat Riazi | mit: Reza Behboodi, Marzieh Ozgol
Ein Ehepaar am Frühstückstisch, eine Diskussion über Rechnungen, ein fehlender Knopf am Sakko. Als schließlich Dutzende Knöpfe am Tisch liegen, werden bei der Frau Kindheitserinnerungen wach. Mit nur wenigen, aber umso eindringlicheren Einstellungen erzählt Regisseurin Ina Panahandeh eine Geschichte, die anhand kleiner Details ein gesellschaftliches Panorama entfaltet.
Lampa cu caciula (The Tube With A Hat)
Rumänien 2006, 23 min, rumän. OmeU
Regie: Radu Jude | Drehbuch: Florin Lazarescu | Kamera: Marius Panduru | Schnitt: Catalin Cristutiu | Produktion: Ada Solomon | mit: Gabriel Spahiu, Marian Bratu
Der alte Schwarz-Weiß-Fernseher ist kaputt, also überredet der Sohn seinen Vater, das schwere Gerät in der Stadt reparieren zu lassen. In der Morgendämmerung brechen die Beiden auf, plagen sich über nasse Felder und rutschige Gräben. Ein kleines Drama über einen nicht weit entfernten Alltag, das weltweit zum Festivalliebling avancierte.
Trotzdem Danke (Thanks Anyway)
Deutschland 2006, 6 min, dt. OF
Regie: Mischa Leinkauf, Matthias Wermke | Drehbuch: Matthias Wermke | Kamera, Produktion: Mischa Leinkauf | mit: Matthias Wermke
Ein junger Mann beginnt in Berlin, plötzlich die Scheiben von Bus, Straßen- und U-Bahnen zu putzen – und verdutzt damit nicht nur deren Fahrer, sondern macht mit versteckter Kamera gleichzeitig auch noch auf prekäre Arbeitswelten aufmerksam. Eine witzige und äußerst gelungene Intervention im öffentlichen Raum.
Kopfgeburtenkontrolle (Brainbirth Control)
Deutschland 2007, 9 min, dt. OF
Regie, Drehbuch, Kamera, Musik: Jan Riesenbeck | Schnitt, Produktion: Mischa Leinkauf | mit: Ruben Zumstrull
Wir müssen schneller werden. Oder eigentlich langsamer? Ein unkontrollierbarer Film voller Kopfgeburten, in dem sich ein postmoderner Charlie Chaplin durch die Hektik des Großstadtalltags kämpft. Was wie ein rasanter Spaß beginnt, wird bald zur gesellschaftspolitisch-absurden Hochdampf-Hinterfragungsmaschine.
Chinese Whispers
Indien 2007, 27 min, ohne Dialog
Regie, Drehbuch: Raka Dutta | Kamera: Supriyo Dutta | Schnitt: Amit Naskar | Produktion: Satyajit Ray Film & Television Institute | mit: Momm Bhattacharya, Sudip Sengupta, Trina Nileena Banerjee, Yuvraj Dhir
Eine Frau kommt nach der Arbeit in ihre Wohnung, gleichgültig watet sie durch fast knietiefes Wasser und schaufelt es weg, nur um am nächsten Tag die gleiche Misere vorzufinden. Ein Dieb schlägt sich indes irgendwie durch und sitzt allabendlich in ihrem Lift – eine bizarre Parallelität bahnt sich an, die Regisseurin Raka Dutta in stimmungsvolle Bilder verpackt hat.






