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VIS Vienna Independent Shorts

das 5. internationale Kurzfilmfestival in Wien
16.-23. Mai

Tribute to Virgil Widrich

Termin: Freitag, 18. Mai 2007, 19 Uhr [Tagesüberblick Freitag]
Ort: Top Kino, Rahlgasse 1, 1060 Wien

Virgil Widrich

Die Oscar-Nominierung für Copy Shop hatte Virgil Widrich 2002 über Nacht international bekannt gemacht. Der zwölfminütige Schwarz-Weiß-Film über einen Kopiershop-Betreiber, der sich selbst so lange vervielfältigt, bis die ganze Welt nur noch aus ihm besteht, gewann 35 internationale Preise und wurde zu mehr als 100 Festivals eingeladen. Nur kurze Zeit später feierte Widrichs Animationsstreifen Fast Film im Wettbewerb von Cannes seine Premiere. Die Hommage an das hollywoodsche Action-Kino heimste noch mehr Preise und Festivaleinladungen ein und katapultierte Widrich endgültig in den Rang eines der anerkanntesten Filmkünstler der Welt.

Kein Wunder also, dass wir dem in Salzburg geborenen und in Wien lebenden Filmemacher heuer unser Tribute (nach der Avantgardistin Mara Mattuschka im vergangenen Jahr) widmen – noch dazu, wo Widrich am 16. Mai und damit gleich zu Beginn der Festivalwoche seinen 40. Geburtstag feiert. Widrich hatte schon als Zwölfjähriger mit der Herstellung von Super-8-Filmen begonnen. Mit 17 hatte er bereits fünf Kurzfilme und einen Langfilm gedreht und dabei alle möglichen Genres durchprobiert, von der Dokumentation über den Stumm- und Trickfilm bis zu Action und Science-Fiction. In seinem ersten abendfüllenden Streifen Vom Geist der Zeit, der 1985 bei den Welser Filmtagen uraufgeführt wurde, legte unter anderem der langjährige Nachbar der Familie Widrich in Salzburg, Peter Handke, einen Gastauftritt hin.

Die Wiener Filmakademie verließ der Autodidakt 1986 bereits nach mehreren Wochen aus Widerwillen gegen den bürokratischen Schulbetrieb. In den folgenden Jahren gründete er unter anderem einen Filmverleih, betreute eine Greenaway-Ausstellung, organisierte in Salzburg das Filmfestival "Diagonale", schrieb Drehbücher, arbeitete im Multimediabereich, knüpfte Kontakte und eignete sich so, das Filmemachen als Fernziel immer im Hinterkopf, bewusst Fertigkeiten an, die man dafür braucht. Einem breiteren Publikum bekannt wurde Widrich dann schließlich mit seinem Spielfilm Heller als der Mond (2000), in dem unter anderem Horst und Christopher Buchholz und Lars Rudolph prominent mitwirkten.

Im Rahmen von VIS Vienna Independent Shorts wird Widrichs Kurzfilmschaffen von seinen Anfängen bis heute präsentiert – inklusive eines Making of, das den Aufwand und die technische Raffinesse seiner Arbeit zeigt. Während bei tx-transform (1998) etwa die Auswirkungen eines Austauschs der Zeit- und Raumachse untersucht wurde und sich Widrich damit auf die Spuren von Einsteins Relativitätstheorie begab, fertigte er in Copy Shop aus 18.000 ausgedruckten und schwarz-weiß kopierten Filmbildern, die anschließend wieder auf 35 mm abgefilmt wurden, eine formale Entsprechung des Inhalts. Bei Fast Film wiederum wurde die Entführung einer Frau mit 65.000 Einzelbildern aus 300 verschiedenen Filmen, die ausgedruckt, zu Papierobjekten gefaltet und komplexen Tableaus zusammengesetzt wurden, mit der Trickkamera zu neuem Leben erweckt. Bei VIS sind alle drei Filme zu sehen – plus zwei Frühwerken von Anfang der 80er Jahre: Auch Farbe kann träumen und Monster in Salzburg.

Filmprogramm:

  • Auch Farbe kann träumen (12 min, 35 mm)
  • Monster in Salzburg (12 min, 35 mm)
  • tx-transform (5 min, 35 mm)
  • Making of tx-transform (5 min, DVD)
  • Copy Shop (12 min, 35 mm)
  • Fast Film (14 min, 35 mm)


Nähere Info zu den Filmen unter www.widrichfilm.com.
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