Daily Mirror - Panorama
Termin: Samstag, 19. Mai 2007, 19 Uhr [Tagesüberblick Samstag]
Ort: Schikaneder, Margaretenstraße 24, 1040 Wien
Filmprogramm
Alltag jenseits des Alltäglichen: Im letzten Panorama-Block wechseln sich Narrationen und Impressionen ab, es wird ein Querschnittseindruck des österreichischen (Independent-)Filmschaffens vermittelt. Im Vordergrund steht auch die Auseinandersetzung mit dem völlig „Normalen“ jenseits der allgemeinen Wahrnehmung.
Triangle (Cut off - Balls - Big Boss)
A 2007, 19 min, R: Stefan Wolner, K: Marco Zimprich, Gerald Piesch, D: Franziska Weisz, Dagmar Schwarz, Dieter Witting, Tamás Eperjessy
Balls, 2005 noch Gewinner des Publikumspreises bei VIS Vienna Independent Shorts, ist mittlerweile das Herzstück einer Trilogie. Um erwachsen zu werden und das Triangel der Einkindfamilie zu überwinden, gilt es drei Etappen zu bewältigen: die Abnabelung von der Mutter (Cut Off), die erste Liebe (Balls) und die Durchsetzung gegen den Vater (Big Boss). Dafür, dass die Klischees nicht im Hals stecken bleiben, sorgt eine surreale (Film-)Welt, in der vieles wörtlich genommen wird, und eine Super-8-Optik, die die Abstraktion unterstreicht.
Kontemplativer Tanz der Dosen
A 2005, 3 min, R, K: Johannes Reingruber
Kontemplation bedeutet Beschaulichkeit oder auch beschauliche Betrachtung. Ohne Schnitt oder Schwenk bleibt die Konzentration auf das Gezeigte gelenkt und legt die Kontrolle von Bewegungen durch nicht erkennbare Impulse von außen offen. Oder einfacher: Bierdosen tanzen in der Badewanne – schön!
Der Regisseur
A 2006, 7 min, R: Nick Bötticher, K: Niv Abootalebi, D: Wotan Wölke Möhring, Sönke Möhring, Cornelius Martiny
Eine lakonische Komödie rund um den dysfunktionalen Diskurs des Erzählens (Michael Palm) und den Nullpunkt einer Unterhaltung, dessen Peinlichkeit weiter wächst, je mehr dieser bekämpft wird. Das Unwohlsein der Kommunikationspartner wird in Schnitt und Kameraführung auf das Publikum übertragen.
Farbrausch
IND/A 2006, 9 min, R, K: Gerald Zahn, Anna Stöcher
Das indische Holifest ist ein Frühlingsritual, bei dem Farben alle sozialen Barrieren überdecken. Fast ausschließlich digitale Fotos wurden für diesen Film verarbeitetet und zu einem Musikremix mit Bollywood-Flair geschnitten. In seinem rasanten Tempo vermittelt der Film das Gefühl mitten in der feiernden Menschenmenge zu sein. Gerald Zahn arbeitet als mixed media Künstler und Filmemacher in Wien und war mit seinen Werken bereits mehrmals auf der Diagonale vertreten. Sein Interesse gilt der Extraktion ausgewählter Alltagsobjekte und Phänomenen der Unterhaltungsindustrie.
Guten Tag - Buon Giorno
A/I 2006, 3 min, R, K: Veronika Schubert
Wie bereits in ihren vorigen Werken (u.a. „Teledialog“, VIS 2006) dreht sich auch in Veronika Schuberts jüngstem Film alles um Sprache und Sprachmuster. Basissätze aus einer Sprachübungs-CD werden zu vermeintlichen Dialogen zusammengefügt und visuell abstrakt begleitet. Als Bildhintergrund dient eine Landkarte, die sich in der als räumlich-dynamische Komponente eingesetzten Baumallee widerspiegelt.
All People is Plastic
A 2005, 12 min, R: Harald Hund, K: Harald Hund, Doris Krane, Andreas Prockl
In diesem 3D-Animationsfilm rekurriert der Regisseur auf klassische Großstadt-Dystopien. Die lohnabhängige, zur Akkordarbeit gezwungene Masse wird nach industriellen Maßstäben geformt und zugeschnitten. Die menschlichen Bedürfnisse sind bedeutungslos geworden, Widerstand erscheint als Funktionsstörung. Ein Festival-Hit von Locarno bis Seoul, der als Vorfilm zu Crash Test Dummies sogar einen regulären Kinostart erfuhr.
Premiere: Internationales Filmfestival Locarno 2005
Festivals: Kolkata Film Festival 2006, Brooklyn 06 - Int. Film Festival, Seoul - SICAF 06, Seoul 06 - SeNef Net & Film Festival, Osnabrück 06 - Europ. Media Art, Seoul 06 - Green Film Festival, Linz - Crossing Europe 06, Paris - Némo Film Festival 06,
Istanbul 2006 - Int. Kurzfilmtage, Diagonale 2006 - Festival des österr. Films, Rotterdam 2006 - 35. Int. Filmfestival
Suture
A 2006, 11 min, R, K: Iris Blauensteiner, D: Doris Schnabl
Eine junge Frau bewegt sich in einer alten Wohnung, fast vorsichtig, neugierig. Der Ort ist spürbar von einer anderen Person geprägt, die Wohnung wird zur eigentlichen Protagonistin des Films. In den gefühlvollen, langsamen Schwarz-Weiß-Bildern tauchen Narben auf, die genäht werden müssen – vielleicht ein Versuch, Spuren der Vergangenheit zu konservieren. Ein stimmungsvoller und sehr emotionaler Film der jungen Regisseurin Iris Blauensteiner.
White Box
A 2006, 26 min, R: Marie Kreutzer, K: Lena Koppe, D: Vanessa Stern, Hubsi Kramer, Stipe Erceg, Stefanie Frauwallner
Aus finanzieller Not geht Iris auf ein seltsames Angebot ein. Sie beginnt für einen älteren Mann zu arbeiten und die trivialen Besitztümer einer unbekannten Frau zu beschreiben. Fasziniert und abgestoßen zugleich werden ihr durch die Auseinandersetzung mit den Spuren einer unsichtbaren Person ihre eigenen Wunden bewusst.
Premiere bei Diagonale 2007
Marie Kreutzer: Thomas-Pluch-Drehbuchpreis 2007: Förderpreis für einen Spielfilm von mindestens 20 min Länge für „White Box“.







