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VIS Vienna Independent Shorts

das 5. internationale Kurzfilmfestival in Wien
16.-23. Mai

Fokus Balkan

Termin: Samstag 27.5.2006, 19:00
Ort: Top Kino

 

Es ist immer wieder erstaunlich, was für eine Wirkung so mancher Kurzfilm entfalten kann - allein durch seine eigene Filmsprache, sein eigenes Tempo, seine Finesse oder seinen Ideenreichtum. Wenn sich wie nun einige aktuelle Filme herauskristallisieren, die durch eben diese Punkte bestechen, und sich dabei schließlich ein eindeutiger geographischer Trend ausmachen lässt, ist ein regionaler Schwerpunkt nahe liegend.

Fünf einzigartige Werke aus dem südosteuropäischen Raum bildeten den so genannten "Fokus Balkan". Gemeinsam haben sie alle die suggestive Kraft ihrer klaren Bilder, die langsam und bedächtig einen Sog aufbauen und in den Film hineinziehen - seien dies nun dokumentarische oder fiktionale Arbeiten. Hier regiert nicht das altbekannte melancholisch-unbeschwerte Balkan-Bild eines Emir Kusturica, hier werden neue Perspektiven ausprobiert, experimentelle Zugänge entwickelt und es wird stets auch politisch Stellung genommen.

 

Filmstill: Dim - The Smoke
  • Celuvkata, Toma Waszarow (Bulgaria 2005, 1 min)
  • Devotion, Niksa Siminiatti (Croatia, 12 min)
  • Dim - The Smoke, Vladimir Perovic (Serbia and Montenegro 2006, 26 min)
  • Sve sto je Lepo, daju Ljudima da vide, Veronika Brandt, Nils Olger (Austria/Serbia and Montenegro 2005, 6 min)
  • Velika Ocekivanja, Renata Poljak (Croatia/France 2005, 17 min)

Durch Bilderreichtum und einen verwegen langsamen Rhythmus glänzt etwa der preisgekrönte Film Dim - The Smoke des serbischen Filmemachers Vladimir Perović. Die poetisch-philosophische Parabel erzählt von einem alten Mann, der regelmäßig eine alte Hütte in den montenegrinischen Bergen besucht. Velica Ocekivanja - Great Expectations (Kroatien/Frankreich) von Renata Poljak wiederum wagt einen Blick in die Vergangenheit mit Hilfe der Verbindung von Architektur und Politik.

Nikša Siminiattis Devotion (Kroatien) erzählt eine erotische Emanzipationsgeschichte im 70er-Jahre-Stil, mit dem Einminüter Celuvkata - The Kiss von Toma Waszarow (Bulgarien) wurde zudem ein Highlight des vergangenen Jahres ins Programm genommen. Ergänzt wurd das Programm von der österreichisch-serbischen Produktion Sve što je Lepo, daju Ljudima da vide - They show them everything that's beautiful, der im gleichen Jahr bei der Diagonale Premiere feierte. Veronika Brandt und Nils Olger legen in der Kurz-Doku vier Interviews mit BewohnerInnen einer kleinen Roma-Siedlung am Stadtrand von Belgrad über Bilder, die deren Lebensbedingungen zeigen.